Von Raupen und Schmetterlingen

28.11.2017

Neues von den Raupen und Schmetterlingen…

Nach wie vor ist unser Sprachkurs für die Flüchtlingsfrauen sehr gut besucht (bis zu 12 Frauen). Immer mal wieder geht eine Frau, aber es kommen auch immer wieder neue dazu. Bei den Kindern ist es etwas konstanter, aber auch da verlassen uns jetzt unsere Ältesten, die 3-Jährigen.

Es ist immer wieder traurig, wenn Kinder gehen, die einem ans Herz gewachsen sind. Aber wir freuen uns auch sehr für unsere ‚großen‘ Mäuschen, dass sie nun in einen ‚richtigen‘ Kindergarten kommen – es wird ihnen gut tun. Und dann haben wir ’nur‘ noch unsere U3-Kinder – wie schön, dass sie da sind!     

Auch erwarten uns neue Kinder und Mütter, und diese kommen nun aus Afghanistan. Sie bringen eine neue Sprache und eine neue Kultur mit. Und dann gibt es bei uns Kinder und Mütter aus acht verschiedenen Ländern. Zählen wir dazu unsere Deutschlehrerin aus dem Vietnam und Anna, Mareike und mich, die Deutschen, dann sind bei uns manchmal zehn verschiedene Länder vertreten. Wow!

Beim Laternenfest der Villa Wundervoll

Toll, weil wir alle miteinander trotz aller Unterschiede so gut auskommen. Gleichzeitig wird auch immer wieder sichtbar, wie ähnlich wir uns sind – Frauen mit den gleichen Wünschen und Bedürfnissen nach Gemeinschaft, angenommen sein, usw. 

Dass wir aber so viele Länder bei uns vertreten haben, ist leider auch ein Zeichen dafür wie ‚kaputt‘ unsere Welt ist. Diese Menschen müssen aus Angst um ihr Leben nach Deutschland fliehen, um hier sicher leben zu können – mit dem Preis, dass sie alles, was ihnen bisher bekannt und lieb war, zurück lassen mussten.

So viele von diesen Frauen haben wenig Möglichkeit sich auszutauschen und sind einsam, sei es, weil sie nicht wissen wo sie Kontakte knüpfen könnten, oder weil sie die Sprache oder Kultur daran hindert. Einige dieser Frauen kommen nun zu uns, finden eine Gemeinschaft und die Möglichkeit aus ihrem Schweigen und Alleinsein herauszukommen. Zumindest für eine kurze Zeit. Wie schön, dass das möglich ist. Bitte betet mit dafür, dass es auch im neuen Jahr weitergeht und das nach Möglichkeit mit der gleichen Truppe.

Zum Schluss wünsche ich eine besinnliche Adventszeit, die ja bald anfängt. Sonne und Wärme in alle Herzen aus der Quelle des lebendigen Lichtes, Jesus Christus!

Johanna Hefer

„Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ (Philipper 4, 6-7)

11.10.2017

Heute nur ganz kurz….

Wir haben eben die Bestätigung bekommen, dass der Deutschkurs schon mal bis zum Jahresende verlängert wird und vielleicht ist es sogar noch länger möglich. Wer hatte es bezweifelt?  Nichts ist unmöglich für unseren Herrn! Ich freue mich sehr, und die Frauen werden sich auch so freuen.

Johanna Hefer

„Siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgestreckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich.“ (Jeremia 32, 17)

„Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ (Lukas 1, 37)

 

26.09.2017

Aber Jesus sprach: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.“ (Matth. 19,14)

Unsere kleinen Raupen haben sich nun mehr oder weniger eingelebt, obwohl wir zurzeit immer noch mit offener Tür zum Klassenraum arbeiten, wo die Mütter Deutsch lernen. So können die Kleinen, wenn sie unsicher werden und ‚Mama‘ vermissen oder brauchen, immer mal wieder nachgucken, ob sie noch da ist und dann getrost wieder zu uns zurückkehren.

Auch wir Mitarbeiterinnen mussten uns erstmal an das neue ‚Klientel‘ gewöhnen. Nichts mehr mit basteln oder Memory spielen… Schunkeln und ‚peekaboo‘ ist nun angesagt – aber die Kleinen sind ja sooo süß!  

Es klappt inzwischen auch schon ganz gut mit der Eingewöhnung, und um noch mehr  Spiel- und Fördermöglichkeiten kennen zu lernen, werden Anna und ich bei den Mitarbeitern der ‚Schäfchen‘ in der Villa Wundervoll vorbeischauen. Die Kinder dort sind ja auch U3, und dort können wir bestimmt noch weitere gute Tipps und Ideen bekommen.

Aber – wie gesagt – es läuft alles sehr gut. Wir haben nach wie vor einen heimeligen Arbeitsplatz, wo nicht nur wir Frieden und Gottes Nähe spüren, sondern auch schon von anderen gehört  haben, dass es sich bei uns einfach ‚gut‘ anfühlt. Gott ist mit uns, nach wie vor, und er will scheinbar, dass unser Projekt weiter laufen kann. So durften wir gerade erfahren, dass es auch im nächsten Jahr Gelder für Brückenprojekte wie unseres geben wird. Praise the Lord!

Aber nicht nur unseren neuen Kindern sind wir näher gekommen, der Kontakt zu den Frauen ist auch gewachsen, und sie sind uns sehr lieb geworden. Hier gibt es allerdings einige Gebetsanliegen. Bitte betet mit dafür, dass wir den Deutschkurs weiter anbieten können – bisher haben wir ja nur einen Basiskurs mit 200 Stunden bewilligt bekommen. Die Frauen sind trotz Sprach-, Kultur- und Religionsunterschieden schön zusammen gewachsen, und es wäre sehr schade, wenn sie jetzt aufhören oder pausieren müssten.

Man merkt, wie gut es den Frauen tut, etwas für sich zu tun und unabhängiger zu werden. Eine Frau aus Somalia erzählte mir, wie toll es ist, endlich einmal ohne Übersetzer zu einem Termin zu gehen. Eine weitere Frau aus dem Irak, die nicht schreiben oder lesen konnte, kann nun schon recht gut Deutsch schreiben und lesen (sie übt auch wirklich sehr viel), und sie ist so stolz ♥. Alle Frauen können sich inzwischen viel besser in Deutsch verständigen, aber sie alle würden wirklich sehr von weiteren Unterrichtsstunden profitieren. Offiziell läuft der Deutschkurs im November aus, aber wir beten; und die liebe Conny ist fleißig dabei, bei den Ämtern unseren Bedarf anzumelden…

Und dann gibt es noch ein weiteres Gebetsanliegen. Viele der Frauen haben uns von ihren Erlebnissen und von ihrem Leidensweg berichten können, der sie nach Deutschland geführt hat. Manches ist sehr hart zu hören, aber natürlich noch viel härter zu tragen, und da sind wir froh, dass wir nun mittragen dürfen.

Vielen Dank für alles Mittragen, ganz tolle Herbsterlebnisse in den kommenden Wochen und Gottes Segen!

Johanna Hefer

 

29.07.17

„Wie es bei den Raupen und Schmetterlingen weiter gegangen ist…“

von Johanna Hefer

Steffi kann leider nicht wieder kommen.  Das war natürlich erstmal ein Schock, und wir vermissen sie sehr! Aber Gott hat uns nicht im Stich gelassen – er hat uns noch immer alles geschenkt, was wir für eine neue Lebenssituation brauchen.

So haben wir die letzten Wochen weiterhin liebevoll und heimelig gestalten können. Wir konnten zu Beginn der Sommerferien sogar „Ehemalige“ und Geschwisterkinder auffangen,  sodass die Mütter weiter zum Deutschkurs kommen konnten, statt zuhause bei ihren Schulkindern bleiben zu müssen. 

Die neue Kollegin ist sehr praktisch, spontan und ruhig, und sie kann auf diese Weise meine Art mit den Kindern zu arbeiten sehr gut ergänzen und bereichern. Vor allem aber arbeiten wir beide, so wie Steffi und ich zuvor, indem wir uns auf den HERRN verlassen, das freut mich ganz besonders. Wie kann es da schief gehen? Wir sind IHM so dankbar. 

Was mich besonders gefreut hat, waren meine beiden Mädels!  Fast jeden Morgen seit die Ferien begonnen haben, sind sie früh aufgestanden, weil sie mit mir zur Arbeit wollten.

Jetzt bin ich froh, dass wir erstmal Urlaub haben.  Aber die Arbeit mit den Kindern und den Frauen ist nach wie vor ein Segen, und wenn es nach dem Urlaub mit etwas weniger Kindern weitergeht (weil die meisten der Kinder dann einen Kindergarten besuchen oder in die Schule kommen), werde ich gerne an meinen Arbeitsplatz zurückkehren. Ich freue mich schon darauf, meine übrig gebliebenen Mäuschen wieder in die Arme zu schließen und die Frauen wieder zu sehen.

Zum Abschluss hatten wir mit allen Familien ein Sommer- Abschiedsfest, das sehr gut besucht war. Alles hat gut geklappt, und alle hatten eine gute Zeit trotz unterschiedlicher Kulturen und Religionen und meiner etwas chaotischen Art zu organisieren 😊.

 

 

 

 

 

 

 

Wie war das noch?

„Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus…  (Philipper 4,13)

 

05.07.17

„Von Raupen & Schmetterlingen…“

von Johanna Hefer

Jesus sagt: „Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt.“ (Matthäus 25, 35)

Am Montag noch haben wir den bisherigen Höhepunkt unseres Dienstes am Nächsten erlebt, denn es kamen zehn Frauen, um unseren neu eröffneten Sprachkurs zu besuchen. Es ist ein Kurs für Mütter mit kleinen Kindern, die ohne Kinderbetreuung keinen Sprachkurs besuchen könnten. Aufgeregt und schüchtern sind sie zum Deutsch lernen in unserem Klassenraum verschwunden.

Später habe ich mir mal ein paar Minuten Zeit genommen und geguckt, was die denn da so machen.  Spannend,  jede Frau ist auf einem anderen Level. Die einen haben unsicher Buchstaben nachgemalt und sprechen zum Teil nur sehr wenig Deutsch, die anderen sind schon recht weit in Wort und Schrift. Die Lehrerinnen sind super im Anpassen und geben sich Mühe die Frauen dort abzuholen wo sie stehen.

Frauen – hauptsächlich die Mütter unserer Raupen- und Schmetterlingskinder – aus Syrien, Irak, Somalia, Sri Lanka und Bangladesch kommen nun regelmäßig zu uns.  Jesuiten,  Hindus und Moslems – eine bunte Mischung….

So  sieht das natürlich auch mit unserer Kinderschar aus. Süße Mäuse aus allen möglichen Orten der Welt. Es war wirklich ein Gefühl von Erfolg da, nachdem Steffi und ich uns am Anfang so sehr bemühen mussten, um unsere Gruppe zu füllen. Wir haben sogar eine weitere Erzieherin eingestellt, um mehr Kinder aufnehmen zu können; seit einer Woche gehört Anna nun mit zu unserem Team.

Dann aber die unerwartete Überraschung: Meine liebe Steffi ist schwanger! Das ist an sich natürlich ein großer Grund zur Freude, allerdings darf sie von heute auf morgen nicht mehr arbeiten. Erst wenn sie weiß, ob sie immun ist gegen so eine Krankheit, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.  Nun sehen wir uns mit einer Situation konfrontiert, die sehr belastend ist und viel Energie kosten wird. Würdet ihr für uns beten?

Unser Herr hat einen Plan mit unserer Gruppe, das haben wir ja schon mehrfach erlebt. Auch diese Phase wird dazu da sein, dass wir etwas dazu lernen, was uns noch mehr befähigt, diese Arbeit zu machen, da bin ich mir ganz sicher! Und er wird auch immer da sein und uns helfen!

„Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.“ (Philipper 4, 13)

„Dass ihr wachst in der Erkenntnis Gottes und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut, mit Freuden dem Vater danksagend.“ (Kol. 1, 11)

„Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.“ (Jesaja 40, 29-31)

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ (Jesaja 41, 10)